Der Anschlag auf den CSD in Berlin hat uns tief erschüttert.

27. August 2026

Wir sind auch weiterhin laut:

Der Anschlag auf den CSD in Berlin hat uns tief erschüttert. Unsere Gedanken sind bei der verstorbenen Person, den Verletzten, ihren Angehörigen und Freund*innen sowie bei einer ganzen queeren Community, die sich nach diesem Angriff verletzlich und verunsichert fühlt.

Gerade jetzt ist es wichtig, innezuhalten, zu trauern und den Betroffenen Raum zu geben. Gleichzeitig sagen wir klar: Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen.

Queere Menschen haben sich ihre Sichtbarkeit und ihre Rechte über Jahrzehnte erkämpft. Auch in Zeiten, in denen Hass und Ausgrenzung lauter werden, werden wir weiterhin auf die Straße gehen, füreinander einstehen und sichtbar bleiben. Wir waren viele auf den Straßen Berlins – bunt, solidarisch und laut. Und wir werden es bleiben.

Kein Raum für menschenfeindliche Vereinnahmung

Wir warnen zugleich davor, den Anschlag für rassistische und menschenfeindliche Narrative zu instrumentalisieren. Rechtsextreme Stimmen versuchen derzeit, sich als vermeintliche Beschützer*innen queerer Menschen darzustellen. Das ist unglaubwürdig und zynisch.

Queeres Leben wird auch von Rechtsextremen angegriffen, bedroht und abgewertet. Islamistischer und rechtsextremer Hass unterscheiden sich in ihrer Menschenfeindlichkeit nicht. Beides richtet sich gegen eine Gesellschaft, in der Menschen selbstbestimmt und frei von Angst leben können.

Unsere Antwort darauf darf deshalb nicht die Ausgrenzung einer anderen Gruppe sein. Unsere Antwort muss eine klare Haltung gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit, Gewalt und Diskriminierung sein.

Solidarität muss Konsequenzen haben

Gerade in dieser Situation braucht es mehr als Solidaritätsbekundungen. Wer queeres Leben schützen und gesellschaftliche Teilhabe stärken will, muss dafür auch die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen.

Wir fordern deshalb:

  • Die Förderung queerer Bildungs-, Beratungs- und Supportarbeit wiederherzustellen und langfristig abzusichern.
  • Den Schutz von LSBTIAQ+ im Artikel 3 des Grundgesetzes zu verankern.
  • Den Aktionsplan „Queer leben“ zu reaktivieren und konsequent weiterzuentwickeln.

Queere Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit ist keine freiwillige Zusatzaufgabe. Sie schafft Räume, in denen Menschen Unterstützung finden, stärkt Selbstbestimmung und trägt dazu bei, dass Diskriminierung und Gewalt nicht unwidersprochen bleiben.

Trauern. Zusammenstehen. Laut bleiben.

Lasst uns jetzt trauern dürfen. Lasst uns füreinander da sein und die Menschen unterstützen, die von diesem Angriff unmittelbar betroffen sind.

Und dann lasst uns gemeinsam weiterkämpfen: für Sichtbarkeit, für Sicherheit, für Selbstbestimmung und für eine Gesellschaft, in der queeres Leben selbstverständlich seinen Platz hat.

Wir bleiben sichtbar.
Wir bleiben solidarisch.
Wir bleiben laut. 

Aus der Mut-ist-gut-Zentrale in Bensheim
Euer Verein für Vielfalt an der Bergstraße

Dieses Bild hat unser Vorstandsmitglied von Fabian Salars Erbe e.V. Kai-Uwe Fülle-Netzer
aufgenommen, einen Tag nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin.

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