AdiNet zu Gast im Queeren Zentrum Darmstadt!
Am 27. Februar 2026 durften wir als AdiNet Südhessen an der Fachtagung „Doing Gender – Undoing Norms“ im Queeren Zentrum Darmstadt teilnehmen – als Gäste und Unterstützer*innen dieser Veranstaltung, die Raum für Austausch, Lernen und Vernetzung rund um geschlechtliche Vielfalt und diskriminierungssensible Praxis geschaffen hat. Von 9 bis 16 Uhr kamen Fachkräfte, Engagierte und Interessierte aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern aus ganz Südhessen, aber vor allem aus dem ländlichen Raum zusammen.
Organisiert wurde der Fachtag von Roman Richter vom Bunten Büro der Regionalen Diakonie Bergstraße und Lucas Jung von der pro familia Darmstadt. Organisatorisch unterstützt wurde die Veranstaltung zudem vom vielbunt e. V. und der LSBT*IQ-Netzwerkstelle Südhessen. Vielbunt e. V. setzt sich seit vielen Jahren für queere Sichtbarkeit und Communityarbeit in Darmstadt ein und ist auch Bestandteil unseres Netzwerks.
Bereits der Einstieg setzte einen wichtigen Ton für den Tag. In seinem Vortrag „Vielfalt verstehen“ führte Roman Richter zentrale Begriffe rund um geschlechtliche Identitäten und sexuelle Orientierungen ein. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig Lebensrealitäten sind und dass Selbstbezeichnung dabei zentral ist.
Ein zentraler Gedanke des Fachtags war, dass Geschlecht gesellschaftlich geprägt ist. Normen wie Hetero- und Cisnormativität beeinflussen, wie Menschen wahrgenommen werden und welche Möglichkeiten ihnen offenstehen. Der Begriff „Doing Gender“ beschreibt, wie Geschlecht im Alltag immer wieder hergestellt wird.
Besonders deutlich wurde auch, dass starre Männlichkeitsbilder nicht nur andere, sondern auch Männer selbst unter Druck setzen können. Geschlechterrollen zu hinterfragen bedeutet daher, vielfältigere Lebensweisen zu ermöglichen.
Im Rahmen des Fachtags fanden sechs parallele Workshops statt, die unterschiedliche Perspektiven auf Männlichkeit, Diskriminierung und Versorgung beleuchteten:
- Ein Schwerpunkt lag auf der Analyse antifeministischer und toxischer Männlichkeitsbilder in Social Media sowie möglichen pädagogischen Umgangsstrategien.
- Ein weiterer Workshop widmete sich intersektionalen Perspektiven und betrachtete, wie Männlichkeit unter Bedingungen von Rassismus, Armut und Migration geprägt wird.
- Auch die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Männlichkeitsnormen spielte eine zentrale Rolle, verbunden mit der Frage nach alternativen Rollenbildern.
- Thematisiert wurde zudem sexualisierte Gewalt gegen Jungen* und Männer* sowie die Hürden, die dominante Männlichkeitsbilder im Zugang zu Hilfe erzeugen können.
- Ein weiterer Fokus lag auf der Gestaltung diskriminierungssensibler Räume für FLINTA*-Personen.
- Abschließend wurde die aktuelle Versorgungssituation von trans*, inter* und nicht-binären Menschen im Gesundheitswesen beleuchtet und kritisch eingeordnet.
Neben den fachlichen Impulsen war für uns als AdiNet Südhessen vor allem der Austausch mit anderen Engagierten vor Ort sehr wertvoll. Gespräche, Perspektiven aus verschiedenen Arbeitsfeldern und gemeinsame Reflexionen haben gezeigt, wie wichtig Vernetzung und gegenseitiges Lernen sind, wenn wir diskriminierungssensible Strukturen stärken wollen.
Unser Dank gilt den Organisator*innen des Bunten Büros und von pro familia Darmstadt, den unterstützenden Partner*innen sowie allen Referierenden und Teilnehmenden. Veranstaltungen wie diese sind wichtige Orte, um Wissen zu teilen, Normen zu hinterfragen und gemeinsam an einer offenen, respektvollen Gesellschaft zu arbeiten.
Gefördert wurde der Fachtag durch die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e. V. sowie durch das Programm „Vielfalt schätzen“ des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales




