Am 19. September 2025 wurde das Musiktheater Rex in Bensheim zu einem Ort voller Energie und Austausch: Mit dem Vielfaltsfest konnten wir viele engagierte Menschen aus Vereinen, Organisationen, Verwaltungen und der Zivilgesellschaft vor allem junge Menschen erreichen – und zeigen, dass ihre Stimmen zählen. Über 200 Schüler*innen der Geschwister-Scholl-Schule Bensheim und der Heinrich-Metzendorf-Schule sowie dem Bildungswerk der hessischen Wirtschaft kamen mit Lehrkräften, Fachkräften, Engagierten und Künstler*innen zusammen – um zuzuhören, mitzureden,
Das Vielfaltsfest „Bock auf Hoffnung?“ bildete den Abschluss der Courage-Wochen an fünf Bensheimer Schulen, ein Projekt, an dem zahlreiche Gruppen und Engagierte beteiligt waren. Organisiert und verantwortet wurde das Ganze vom Verein Fabian Salars Erbe e.V., unterstützt von vielen engagierten Gruppen und Einzelpersonen.
Es bot eine Plattform, um sichtbar zu machen, wie man sich für Vielfalt einsetzt, wo sie bedroht ist und wie wir im Alltag und im Beruf damit umgehen, von Schule über Arbeitsräume bis in die Zivilgesellschaft. Wie bei einer Kunstinstallation waren die Räume getrennt, aber verbunden. Netzwerke, Lücken und Überschneidungen wurden greifbar – und es wurde klar: Nur gemeinsam geht’s voran.
Gemeinsam mit dem Team vom AdiNet Südhessen, wurde nicht nur ein Markt der Möglichkeiten vernetzt, sondern parallel auch AdiNet.analog – die jährliche Fachtagung – auf die Beine gestellt. So konnten noch mehr Menschen sehen, was hinter dem Netzwerk steckt – und warum es solche Strukturen braucht, um Antidiskriminierung sichtbar, klar und nachhaltig zu verankern.
Bühne frei für junge Perspektiven
Durch das Programm führten Roman Richter vom Bunten Büro der Regionalen Diakonie Bergstraße in Lampertheim und Philipp Hill, Referent für politische und kommunale Jugendbildung vom KJB Südhessen. Mit viel Gespür für Themen und Menschen gestalteten sie einen offenen und wertschätzenden Rahmen, in dem besonders die Perspektiven junger Menschen im Mittelpunkt standen – hörbar, sichtbar und ernst genommen.
Den inhaltlichen Auftakt auf der Bühne machten Sun Hee Martischius und Leon Pelikan. Sun Hee Martischius ist Bildungsreferentin im Bereich Antidiskriminierung, sie sprach über Adultismus – also die Art, wie junge Menschen oft nicht ernst genommen oder übergangen werden und forderte: Jugendliche müssen nicht erst lernen, wichtig zu sein – sie sind es längst und die Gesellschaft muss erkennen, wie sie gestärkt werden können.
Der erst 19-jährige Leon Pelikan, ist Experte für Jugendbeteiligung in der Kommunalpolitik und zeigte konkret und verständlich auf, wo und wie junge Menschen sich einbringen können – und was es braucht, damit ihre Ideen Gehör finden. Außerdem gab er den Jugendlichen einen Einblick in seine eigene Schulzeit und den verschiedenen Lebensrealitäten beim Erwachsenwerden.
Zwischendurch unterstütze Leni Miller mit ihrer Musik das Rahmenprogramm und Ihre ruhigen Songs schufen eine besondere Stimmung.
Im Anschluss sprach Miriam Zeleke, die Landesbeauftragte für Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Hessen, direkt zu den jungen Teilnehmenden. Sie stärkte ihnen den Rücken, ermutigte sie, ihre Rechte wahrzunehmen – und hörte ihnen zu. Ihr Beitrag löste viele wichtige Rückmeldungen und mutigen Beiträge vor allem von Schüler*innen aus dem Publikum aus – es entstand ein echter Dialog und zeigte, wie Beteiligung gemeinsam mit Jugendlichen aussehen sollte.
Kreativ gegen Ausgrenzung
Ein weiterer Höhepunkt war der Poetry-Slam mit Emm Weyrauch und Johanna Schubert. In ihren Texten ging es um Mut, Wut, Identität – und darum, für sich selbst einzustehen. In den darauffolgenden Workshops konnten die Jugendlichen selbst kreativ werden und eigene Texte entwickeln – viele nutzten die Chance, ihre Gefühle und Erfahrungen in Worte zu fassen.
Kinderrechte – nicht nur auf dem Papier! Ab 13 Uhr: Fachlicher Einstieg mit ADiNet.analog
Die Fachtagung AdiNet.analog und der Markt der Möglichkeiten war ein Angebot für Haupt- wie Ehrenamtliche Fachkräfte und Mitglieder des Antidiskriminierungsnetzwerkes Südhessen. Sie bot einen Raum für Austausch und Vernetzung rund um die Themen Diskriminierungsschutz, Adultismus, Kinderrechte und Beteiligung vor allem im beruflichen Kontext. Zwei zentrale Beiträge kamen von Sun Hee Martischius und Makista e.V., welche das Thema Kinderrechte nicht nur theoretisch, sondern mit praktischen Impulsen in den Raum brachten. Deutlich wurde: Wenn wir Kinderrechte nicht achten – im Kontext von Intersektionalität – verfehlen wir auch den Anspruch, andere Grundrechte einzuhalten. Kinder und Jugendliche brauchen verlässliche Räume, in denen sie ernst genommen und aktiv beteiligt werden: in politischen Prozessen, in gesellschaftlichem Engagement und im Alltag.
Die Gespräche zeigten: Es gibt viele gute Ideen, viel Engagement – und eine klare Aufgabe für uns als Gesellschaft. Jugendliche müssen in ihren Wahrnehmungen ernst genommen werden. Damit das gelingt, braucht es Angebote, die ihre Lebensrealitäten direkt ansprechen. Genau hier liegt eine der größten Herausforderungen – aber auch eine große Chance für nachhaltige Veränderung.
Ein großes Dankeschön an alle, die diesen großartigen Tag der Zivilcourage möglich gemacht haben und vor Ort waren – darunter:
- das Bunten Büro der Regionalen Diakonie Bergstraße
- die Partnerschaft für Demokratie
- der Freundeskreis Bensheim-Amersham e.V.
- das Katholische Jugendbüro Südhessen (KJB)
- die Jugendförderung Bensheim
- das Gleichstellungsbüro im Kreis Bergstraße
- die Queere Jugend Bensheim
- die Initiative Bensheim lebt Demokratie
- die Omas gegen Rechts Bensheim
- der Caritas Verband Darmstadt e.V.
- die Diakonie Hessen-Nassau
- der Supermarkt Aroma in Bensheim
- das Musiktheater Rex in Bensheim
Danke für das Engagement, die Zeit, die Kreativität – und dem Mut, sich für eine offene, gerechte und vielfältige Gesellschaft stark zu machen.




