Wir brechen das Schweigen – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und FLINTA*
Am 25. November machen wir gemeinsam sichtbar: Gewalt gegen Frauen und FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Menschen) ist kein individuelles Schicksal, sondern ein tief verwurzeltes strukturelles Problem. Sie ist alltäglich – statistisch gesehen kennt jede und jeder von uns eine Person, die betroffen ist.
Schweigen schützt Täter, nicht Betroffene. Deshalb ist es wichtig, deutlich zu machen: Patriarchale Gewalt geht uns alle an.
Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ setzen die Antidiskriminierungsnetzwerke in Hessen ein klares Zeichen. Unsere Arbeit zeigt, wie vielfältig die Herausforderungen sind – und wie wichtig Solidarität und Vernetzung sind:
- AdiNet Südhessen: Fokus auf Mehrfachdiskriminierung – FLINTA*-Personen mit Migrationsgeschichte, queere Menschen und Menschen mit Behinderungen sind besonders gefährdet.
- AdiNet Nordhessen: Prävention in ländlichen Regionen, wo Isolation und fehlende Hilfsangebote Gewalt begünstigen.
- AdiNet Mittelhessen: Zusammenarbeit mit Beratungsstellen, um Sprachbarrieren abzubauen und Zugänge zu erleichtern.
- AdiNet Rhein-Main: Thematisierung von Gewalt im urbanen Raum – von häuslicher Gewalt über digitale Gewalt bis hin zu Übergriffen im öffentlichen Raum.
Warum Vernetzung entscheidend ist
Gewalt kennt keine Grenzen – weder geografisch noch sozial. Deshalb ist die landesweite Zusammenarbeit der Antidiskriminierungsnetzwerke so wichtig. Wir stehen unseren Netzwerkpartner*innen kompetent zur Seite:
- bei der Auffindung der richtigen Beratungsstelle,
- bei der Vermittlung von Akteurinnen und Referentinnen für Workshops,
- und bei der Organisation von Hilfsangeboten für FLINTA*-Personen, die Schutz und Unterstützung brauchen.
Diese Vernetzung macht den Unterschied: Sie sorgt dafür, dass Betroffene nicht allein bleiben und dass Prävention und Aufklärung überall in Hessen stattfinden können.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen – für gewaltfreie Räume
Vier von fünf Gewaltausübenden sind Männer. Patriarchale Gewalt richtet sich nicht nur gegen Frauen, sondern gegen alle FLINTA*-Personen. Der Schlüssel für gewaltfreies Miteinander, ob beim Feiern oder im Allgemeinen liegt in einem achtsamen Umgang und in der Übernahme von Verantwortung und Zivilcourage – besonders durch Männer. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
Als Mann kannst du z.b. beim Feiern aktiv dazu beitragen:
- Sei ein Verbündeter gegen Gewalt. Stoppe deine Kumpels, wenn sie übergriffig werden.
- Trinke verantwortungsvoll und kenne deine Grenzen.
- Respektiere die Grenzen anderer. Ungefragtes Anfassen, Bedrängen, Festhalten oder das Hinterherrufen sexualisierter Kommentare sind keine Kavaliersdelikte – sie sind Gewalt.
- Nutze keine Situationen aus. Müdigkeit oder Betrunkenheit anderer Menschen auszunutzen ist übergriffig und strafbar.
- Verfolge niemanden. Niemand sollte Angst auf dem Heimweg haben.
Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung sind keine Bagatellen. Gewalt beginnt dort, wo Respekt endet. Sei Teil der Lösung – nicht des Problems.
Als AdiNet Südhessen sorgen wir gemeinsam mit unseren Partner*innen dafür, dass Betroffene Unterstützung finden und Prävention sichtbar wird. Wir brechen das Schweigen – und wir handeln.
Über AdiNet Südhessen
Das Antidiskriminierungsnetzwerk Südhessen (AdiNet Südhessen) ist eines von vier regionalen Netzwerken in Hessen, die durch die Antidiskriminierungsstelle im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales gefördert werden. Träger des Projekts in Südhessen ist der Verein Fabian Salars Erbe e.V.. Ziel des Netzwerks ist es, Diskriminierung sichtbar zu machen, Betroffene zu stärken und Strukturen für eine vielfältige und gerechte Gesellschaft zu schaffen.




